Lärmschutz-Grundwissen:

Was ist Schall, Lärm? Wie funktioniert die Lärmschutzwand?

Zunächst ist es wichtig zu wissen wovon man spricht. Darum geht es hier um etwas Grundwissen rund um das Thema Akustik bzw. Schall/Lärm und die Schutzmaßnahmen, insbesondere die Wand.


 

Was ist Schall und was ist Lärm?

Einfach gesagt: Wenn wir von dem sprechen, was wir hören, geht es zunächst einmal ganz allgemein um den Schall in seinen verschieden bezeichneten Varianten.

Schall entsteht durch die Erregung von Luftschwingungen mittels einer Schallquelle. Er besteht aus ganz minimalen Luftdruckschwankungen, welche sich als Schwingungen (sog. Longitudinalwellen) ausbreiten. Dies geschieht grundsätzlich kugelförmig, ausgehend von der Schallquelle.
Gelangen diese Schwingungen bzw. Luftdruckschwankungen in unser Ohr können wir diese wahrnehmen und hören einen Ton oder ein Geräusch.

Lärm entsteht erst bei uns im Kopf. Hier spielt es eine Rolle, wie wir den auf uns einwirkenden Schall empfinden und interpretieren. Also ein nervender bzw. negativ empfundener Schall ist für uns gleich Lärm.

Ein Beispiel: Sie sitzen Sonntags mit einer Tasse Tee auf Ihrem Balkon oder der Terrasse. Die Sonne strahlt und die Vögel zwitschern.
Nun können Sie sich über wärmende Sonnenstrahlen und den Vogelgesang freuen. Oder Sie fangen an, sich nach ein paar Schuck Tee mächtig über „dieses lästige gepfeiffe und gezeter der dummen Vögel“ aufzuregen…
Der Schall ist der gleiche. Ob es „Lärm“ ist, müssen Sie für sich selbst entscheiden.

Unabhängig von der persönlichen Interpretation wird es jedoch gesundheitlich bedenklich, wenn Schall von zu hoher Intensität oder regelmäßig langer Dauer auf Personen einwirkt. Hier muss Abhilfe geschaffen werden. Lärmschutz wird benötigt.
Bei richtiger Planung kann eine Lärmschutzwand dabei helfen gleichzeitig mehr Ruhe im Garten und in den eigenen vier Wänden zu bekommen.

Wie funktioniert Schall?

Schall wird bekanntlich von einer Schallquelle ausgesendet, man sagt auch „emittiert“. Eine Schallquelle wäre z.B. auch ein rollender Reifen von einem LKW. Vor dort breiten sich die Schallwellen kugelförmig in alle Richtungen aus. Ein wenig so, als wenn man einen Stein in einen stillen Teich wirft. Wie die Wellen in unserem Teich immer kleiner werden, je weiter sie sich vom Einschlagpunkt des Steins entfernen, so nehmen die Schallwellen über die Strecke hin auch in ihrer Intensität ab. Gibt es entlang Ihres Ausbreitungsweges Hindernisse, so wird die weitere Ausbreitung verändert oder auch verhindert.
Im Falle des Reifens kann dies z.B. ein Zaun oder eine Hecke oder ein Fenster sein. Oder eine Schallschutzwand.
Wenn der Schall auf die Oberfläche dieser Hindernisse trifft, gibt es zwei möglichkeiten. Die Schallwellen werden zurück geworfen (reflektiert) oder geschluckt (absorbiert).
Wir stellen also fest:

  • Je größer die Entfernung von der Schallquelle, umso leiser wird es.
  • Hindernisse nehmen Einfluss auf die Schallausbreitung. Sie reflektieren oder absorbieren Schall.

Wo sind die Ansatzpunkte für Schallschutz bzw. Lärmschutz?

Wir nun wissen grob, was Lärm ist und wie sich Schall verhält. Der Trick ist nun, den lästigen Anteil, also den Lärm zu reduzieren.
Dafür gibt es grundsätzlich drei verschiedene Ansatzpunkte:

  1. Die Schallquelle – Lärmentstehung
    Wird der Lärm gleich am Entstehungsort reduziert, ist das die effektivste Variante der Lärmbekämpfung. In unserem Beispiel wäre das z.B. ein optimiertertes Reifenprofil, welches weniger Abrollgeräusche verursacht.
  2. Die Schallausbreitung – Lärmausbreitung
    Wenn der Lärm schon mal in der Luft liegt, kann man versuchen Ihn an seiner Ausbreitung zu hindern. Dazu werden häufig Lärmschutzwände eingesetzt. Sie sind ein Hindernis für den Schall und sollen die dahinter liegenden Objekte schützen. Optimaler Weise werden die Schallwellen nicht nur an der Ausbreitung gehindert und zurück geworfen, sondern sogar zum großteil durch die Konstruktion geschluckt.
    Ist die nicht der Fall, kann es vorkommen, dass der Schall überwiegend reflektert wird und somit an anderer Stelle ein höherer Lärmpegel auftritt, als ohne Lärmschutzwand. Der richtige Einsatz einer Schallschutzwand sollte daher mit Profis geplant werden.
    Beispielsweise Reifen- und Fahrzeuggeräusche kann man mit Lärmschutzwänden optimal reduzieren.
  3. Die Schalleinwirkung – Lärmeinwirkung
    Die letzte Variante besteht darin, den Lärm an seinem Wirkungsort zu bekämpfen. Manchmal ist dies der einzig verbleibende Weg, wenn auf die vorher gelagerten Bereiche kein Zugriff oder kein Einfluss möglich ist. Dieser Ansatz ist nur noch begrenzt wirksam, da der Lärm sich ja schon ausgebreitet hat. Dennoch lassen sich auch hier gute Ergebnisse erzielen, wenn auch in einem engeschränkten Wirkungsbereich.
    In dem Beispiel mit den Abrollgeräuschen, entspricht dies z.B. der Verwendung von Schallschutzfenstern, um Innenräume vor Lärm zu schützen.

Die Besten Ergebnisse werden natürlich immer dann erzielt, wenn man mehrere Ansatzpunkte beeinflussen kann. Aber auch einzelne Punkte können erstaunliches bewirken, wenn sie richtig geplant und umgesetzt werden.

Wo und wie wirkt die Lärmschutzwand?

Nachdem wir wissen, wie sich Schall verhält und wo die Ansatzpunkte sind. Wo kann man mit der Lärmschutzwand einwirken?
Sie wird genau zwischen der Schallquelle und dem zu schützenden Objekt (Gebäude, Personen, etc) platziert, um die Ausbreitung des Lärms zu verhindern. Als Faustregel: Je näher dies am Ort der Lärmentstehung passiert, umso effektiver die Wirkung.
In unserem Beispiel mit dem LKW-Reifen bedeutet das: Je näher am Straßenrand umso mehr Lärm kann abgefangen werden.

Genaure Erklärung zur Wirkung der Lärmschutzwand. (link)

Welche Arten von Schallschutzwänden bzw. Lärmschutzwänden gibt es?

Je nach Bedarf und Anwendungsfall gibt es die verschiedensten Typen von Lärmschutzwänden.
Mehr dazu auf der fogenden Seite: Lärmschutzwand-Typen. (link)